14.09.2015

Saunaleistungen in Schwimmbädern

Abgrenzung von Leistungen und Aufteilungsmaßstab bei einheitlichen Entgelten

Während die Umsätze im Schwimmbadbetrieb i. d. R. der ermäßigten Besteuerung unterliegen, sind Saunaleistungen ab dem 1.7.2015 dem Regelsteuersatz von 19 % zu unterwerfen. Werden beide Leistungen innerhalb einer Einrichtung angeboten, erfordert die umsatzsteuerrechtliche Beurteilung besondere Aufmerksamkeit. Bei einheitlicher Abrechnung von Schwimmbad- und Saunaleistung ist der Gesamtpreis sachgerecht aufzuteilen.

Trennung von eigenständigen Leistungen

Leistungen im Zusammenhang mit dem Betrieb eines Schwimmbads unterliegen grundsätzlich dem ermäßigten Steuersatz. Saunaleistungen sind hingegen durch das BMF-Schreiben vom 28.10.2014 von der Begünstigung nach § 12 Abs. 2 Nr. 9 UStG ausgenommen worden und werden ab dem 1.7.2015 mit dem Regelsteuersatz von 19 % besteuert.

 

Fallen beide Leistungen innerhalb einer Einrichtung zusammen an, ist nach den Grundsätzen der Einheitlichkeit zu prüfen, ob zwei selbständige oder zwei voneinander untrennbare Leistungen vorliegen. Hiernach entscheidet sich, inwiefern der ermäßigte und / oder der Regelsteuersatz Anwendung finden. Nach der Verfügung des Bayerischen Landesamts für Steuern vom 10.7.2015 (Az.: S 7243.1.1-5/5 St33) sind Saunaleistungen in Schwimmbädern als selbständige Leistungen zu beurteilen: Die Nutzung des Saunabereichs sei eindeutig von der Nutzung des Schwimmbads trennbar, so dass eine Einheitlichkeit der Leistung ausgeschlossen werden könne.


Zwischenergebnis: Somit unterliegen die Umsätze des Saunabetriebs ab dem 1.7.2015 als eigenständige Leistung dem Regelsteuersatz.

Aufteilungsmaßstab für Entgelte

Werden der Schwimmbad- und der Saunabereich genutzt, liegen zwei eigenständige und mithin getrennt zu beurteilende Leistungen vor. Für die Schwimmbadnutzung gilt die ermäßigte Besteuerung mit 7 %, der Saunabetrieb unterliegt dem Regelsteuersatz von 19 %.


In der Praxis werden die Leistungen im Regelfall einzeln und gegen einen Aufpreis zusammen angeboten. Ein pauschaler Gesamtverkaufspreis erfordert eine sachgerechte Aufteilung des Entgelts gem. Abschn. 10.1 Abs. 11 UStAE; hierfür ist das Verhältnis der Einzelverkaufspreise maßgebend. Auf das ermittelte Entgelt ist der jeweilige Steuersatz anzuwenden (vgl. die vorgenannte Verfügung vom 10.7.2015).

 

Aus: PKF Themen Öffentlicher Sektor 03/2015 | September 2015